Interview

Februar 2019

Wer kam auf den Namen »Lekkerwerken« und wie haben sich die vier Gründer kennengelernt? Alena (Art Director) und Charly (Werkstudentin) haben sich auf Spurensuche begeben und die vier Köpfe der Agentur interviewt.

Lekkerboy Interview

 

Lekkerwerken ist …?

Bjoern ... keine Werbeagentur!

 

Sebastian Eine Kommunikationsagentur.

 

Jan Auf jeden Fall eine Designagentur.

 

Was macht euch einzigartig?

Patrick Die unterschiedlichen Perspektiven und Sichtweisen.

 

Jan Dass wir Gründer nach so vielen Jahren immer noch zusammen sind, bedeutet geballte Kompetenz und Erfahrung hoch vier.

 

Bjoern WIR. Uns verbindet die Liebe zum Design, zum Detail und zur hohen Qualität.

 

Sebastian Wir pflegen eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden. Was uns darüber hinaus noch auszeichnet, ist »Schnittstellenkompetenz«. Wir sind in der Lage, medienübergreifende Konzepte zu entwickeln und auch außerhalb unserer Kenkompetenzen mitzudenken.

 

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Bjoern Im Studium – allerdings haben wir da noch nicht geplant, eine Agentur zu Gründen.

 

Sebastian Patrick und ich hatten am längsten miteinander zu tun. Wir haben 1996 zusammen mit dem Studium begonnen und das ein oder andere Projekt gemeinsam absolviert. Und schließlich als Team unsere Diplomarbeit »Nanoreisen« gestemmt.

 

Jan Sebastian und ich haben uns als Mitbewohner in einer sehr lustigen Studenten-WG kennengelernt. Man kannte sich daher schon ganz gut – auch schon ein paar der Macken [lacht].

 

Bjoern Als ich dann als letzter von uns mit dem Studium fertig war, stieß ich per Zufall als frisch gebackener Freelancer in einer Bürogemeinschaft auf die anderen Drei.

 

Wisst ihr noch, wer die Idee zur Gründung hatte?

Jan Nachdem wir hier und da als Team zusammen gearbeitet hatten, kamen langsam Fragen auf, wie: »Wer seid ihr denn? Gibt's euch nächstes Jahr noch? Können wir euch weitere Jobs anvertrauen?« Daraufhin haben wir zu viert eine GbR gegründet. Dann mussten wir »nur noch« einen Namen finden. [lacht]

 

Bjoern Wir haben uns seitenweise Namen ausgedacht. Als wir eine beachtliche Anzahl zusammen hatten, sind wir damit losgezogen, um an einem inspirierenden, frischen Ort die Liste auszudünnen... und sind in einer Dotzheimer Dorfspelunke gelandet. Die dortige Wirtin fragte uns »Na Jungs, macht ihr Hausaufgaben?« und wir »Nein, wir gründen eine Agentur«.

Namenslosung

 

Wie viele Namen standen am Ende noch zur Auswahl?

Sebastian Vier waren übrig. Wir gingen zur finalen Entscheidung erneut in die Kneipe und an der Bar saß ein älterer Herr, der uns noch den Namen »Second Skin« andrehen wollte – weil wir »den Leuten doch mit Design eine zweite Haut verpassen würden«. Er hat sich wohl selbständig gemacht, nachdem wir den Namen nicht haben wollten [lacht]. Jeder von uns hat dann seine Favoriten aufgeschrieben – unter anderem »Mangold«, ...

 

Patrick Was war das noch mal mit »Daisy«?

 

Jan »Daisy Electric« – der Name war aber da schon nicht mehr im Rennen. Auch nicht »Jetleggings« oder »8-Bit-Digital«...

 

Und wie kam »Lekkerwerken« auf die Liste?

Bjoern Der Name kam mir schon im Studium und ich hatte bereits die URL gesichert. Der Gedanke dahinter, »lekker zu werken« hat den Kollegen so gut gefallen, dass sie mich gezwungen haben, Lekkerwerken doch noch ins Rennen zu schicken... [lacht]

 

Patrick Schön war die »feierliche Ziehung«. Es war schon nach der Sperrstunde und einer der Stammgäste – Typ Skilehrer – sowie die Wirtin haben feierlich die Stimmzettel ausgezählt und das Ergebnis verkündet. Unsere Agentur hatte nun endlich einen Namen – einstimmig!

Namenslosung

 

Wann und warum habt ihr dann die GmbH gegründet?

Sebastian Als es Zeit war – 2009. Der Anlass: Wir wurden »erwachsen« und das mussten wir auch unseren Kunden zeigen.

Firmengründung

 

Und weshalb seid ihr aus der schönen Dotzheimer Mausefallen-Villa raus, in der Ihr gewerkt habt?

Bjoern Die vielen Mäuse, das fehlende kulinarische Angebot am Dotzheimer Bahnhof… die treibende Kraft war Jan. Er wollte raus aus dem sehr entspannten Umfeld und rein in eine »pulsierende Großstadt«.

 

Jan Ja, ich wollte gerne an einen lebendigeren Ort. Aber ein wichtiger Grund war auch, dass es uns in der Villa zu klein wurde, da wir in den ersten Jahren recht schnell freie Mitarbeiter*innen bei uns sitzen hatten.

Rohbau Moritzstraße

 

Mit Großstadt meintet ihr Wiesbaden?

Patrick Eher nicht. Da jeder seine eigene Vorstellung von einer Großstadt hatte (Hamburg, Berlin, München, etc.), wir aber hier schon ein recht ausgedehntes Netzwerk hatten, entschieden wir uns zunächst für das »kleinste gemeinsame Vielfache«, Frankfurt... letztendlich wollte da aber doch keiner von uns wirklich hin und so landeten wir schließlich glücklicherweise in der Moritzstraße.

 

Wie seid ihr an eure ersten Kunden gekommen?

Patrick Empfehlung über die damals bereits gepflegten Agenturkontakte – wir kamen so von einem ins nächste Projekt.

 

Sebastian Wir waren am Anfang größtenteils »Agentur für Agenturen«.

 

Bjoern Für den Einstieg war das ideal . Wir haben zu dem Zeitpunkt ein Briefing bekommen, Ideen gesponnen und viele Projekte für namhafte Marken realisiert – keine Kunden-Kommunikation, kein nennenswertes Projektmanagement ...  alles wurde gefiltert . Trotzdem, oder gerade deshalb, wollten wir uns dann davon wegbewegen.

 

Jan Wir wollten Verantwortung, eigene Entscheidungen, und auch eigene Identität. Ghostdesigner war uns auf Dauer zu wenig.

 

Danke für das Interview.